Skip to content

Ehrenamt, das Herz berührt

Unter dem Motto „Seelen-voll: Klang, Kunst und Kiefernduft“ hat der Gelsenkirchener Hospizverein seinen Ehrenamtlichen ein besonderes Wochenende geschenkt. Es war ein Seminar voller Achtsamkeit, Begegnung und innerer Einkehr – und zugleich ein Wochenende, das Kraft gab, Verbundenheit spürbar machte und zeigte, wie wertvoll das Ehrenamt in der Sterbebegleitung ist.

Zum ersten Mal wurde das Hospizwochenende von drei Ehrenamtlichen aus der eigenen Gruppe für die anderen vorbereitet. Damit wurde eindrucksvoll sichtbar, wie viel Wissen, Kreativität und Herzenswärme in dieser Gemeinschaft steckt. Das Angebot war vielfältig: Bewegung und Entspannung, Farbe und Pinsel sowie ein Naturerlebnis unter dem Titel „Wald trifft auf dich“. Jede und jeder konnte frei wählen, was im Moment guttat. Gerade die Mischung aus Naturerfahrung, Kreativität und achtsamer Bewegung machte das Wochenende für viele so bereichernd. In den Rückmeldungen wurde deutlich, wie sehr solche Auszeiten entlasten können und wie wichtig sie für die eigene innere Balance sind. Der Gelsenkirchener Hospiz-Verein betont, dass in der Sterbebegleitung die ganze Persönlichkeit gefordert ist und dass Selbsterfahrung, Supervision und fachliche Begleitung wesentliche Bestandteile der Vorbereitung sind. Die persönlichen Eindrücke der Ehrenamtlichen machten deutlich, wie tief diese Arbeit geht. Ein Baum wurde zum Bild für Familie, Verwurzelung und das eigene Leben. Zerrissene Gesetzestexte standen für das Loslassen von Ballast. Ein Bild des Eiffelturms weckte Erinnerungen an geliebte Menschen und an kostbare Lebensmomente. In all diesen Sinnbildern zeigte sich: Sterbebegleitung ist immer auch Lebensbegleitung. Besonders bewegend war die spürbare Haltung der Gruppe. Viele Ehrenamtliche beschrieben, wie sehr sie die Begegnung mit den Sterbenden erfüllt. Ein Lächeln, ein ruhiges Gespräch, das Wissen, nicht allein zu sein — all das kann in schweren Zeiten unendlich viel bedeuten. Und ebenso viel zurückgeben. Denn wer Sterbende begleitet, wird oft selbst beschenkt: mit Nähe, Dankbarkeit und dem tiefen Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.

Der Gelsenkirchener Hospiz-Verein begleitet Menschen ambulant, zu Hause und dort, wo sie gebraucht werden — mit Zeit, Zuwendung und offener Menschlichkeit. Wer einen Kurs zur Sterbebegleitung machen möchte, findet hier eine Aufgabe, die fordert und erfüllt. Wer als Familie Unterstützung sucht, findet hier Menschen, die da sind, zuhören und mittragen. Das Hospizwochenende hat verdeutlicht: Sterbebegleitung im Ehrenamt ist kein Randthema – sie ist gelebte Mitmenschlichkeit in ihrer stärksten Form.

Text: Dr. Corinna Lee · Foto: Dr. Silja Kreitz

Weitere Beiträge

Jahresgedenken mit Engel

Es ist im Gelsenkircher Hospiz-Verein eine gute Tradition, am Jahresende zum gemeinsamen Gedenken an die von uns begleiteten
Weiterlesen

Hospizarbeit braucht Werbung

Im Gelsenkirchener Hospiz-Verein engagieren sich vor allem Ehrenamtliche. Aber in der Öffentlichkeit kennt uns längst nicht jeder. Deshalb
Weiterlesen

Wald trifft Kunst

Trauer ist Liebe, die das Gegenüber verloren hat. Wenn ein Mensch stirbt, gerät vieles aus dem Gleichgewicht. Wir
Weiterlesen