
Wir suchen den Kontakt zu dir – Ehrenamtsbörse in Gelsenkirchen
Am Samstag, 23. November 2024 findet wieder die Ehrenamtsbörse der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen statt. Von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr im Wissenschaftspark, Munscheidstr. 14, Gelsenkirchen, möchten wir mit dir ins Gespräch kommen. Hier hast du die Gelegenheit all das zu erfragen, wie es ist, Menschen auf ihre letzten Lebensweg zu begleiten. Wir informieren darüber, wie sich die Ehrenamtlichen in dieser anspruchsvollen Aufgabe engagieren, wie wir sie ausbilden, einsetzen, begleiten und stützen. Du kannst herausfinden, ob dieses ehrenamtiche Engagement auch etwas für dich ist. Du bekommst den Kontakt zu Menschen, die das Wissen um Tod und Sterben als Bereicherung ihres Lebens erfahren und ihre Lebenszeit anderen schenken, damit keiner alleine sterben muss. Nicht selten entstehen darüber hinaus in unseren Befähigungskursen tragfähige, lebensbejahende Freundschaften.
Nimm mit uns Kontakt auf an unserem Stand. Du wirst dort unsere Koordinatorinnen Ina de Cruppe und Christa Bogacki sowie Ehrenamtliche, die von ihren Erfahrungen erzählen, finden.
Wir freuen uns auf dich!
Ehrenamt in der Hospizarbeit – Ein Informationsabend des Gelsenkirchener Hospiz-Verein e.V. für Interessierte
In einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit den Themen „Tod und Sterben“ oft gemieden wird, ist die Begleitung von Sterbenden eine Frage der Menschenwürde. Ehrenamtliche in der Hospizarbeit tragen dazu bei, dass Menschen nicht einsam sterben und dass Sterbenden Ansprache, menschliche Annahme, Wertschätzung und Hilfe erfahren. Außerdem leisten sie einen wichtigen Beitrag dazu, dass ein einfühlsamer Umgang mit den Sterbenden gefördert wird und auch Angehörige in dieser schweren Zeit begleitet werden.Für die verantwortungsvolle Tätigkeit als Ehrenamtliche:r in der Hospizarbeit ist die Teilnahme an einem Befähigungskurs erforderlich. In diesem Kurs werden den Ehrenamtlichen Themen wie die Reflexion persönlicher Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer, die Grundhaltung hospizlich-palliativer Begleitung sowie Informationen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht vermittelt. Der Kurs umfasst etwa 80 Ausbildungsstunden über einen Zeitraum von sechs Monaten. Der nächste Kurs beginnt im Oktober.
Der Informationsabend richtet sich an Menschen, die sich für die ehrenamtliche Sterbebegleitung interessieren, sich informieren möchten und mehr zum Befähigungskurs für Ehrenamtliche in der Hospizarbeit erfahren wollen. Die Veranstaltung findet statt am 12. September um 18 Uhr im Gemeindehaus an der Florastraße 119, 45888 Gelsenkirchen.
Ihre Anmeldung zum kostenlosen Informationsabend nehmen wir gerne entgegen unter lena.uppenkamp@gelsenkirchen.de oder telefonisch 0209 179 893 12.
Von Lena Uppenkamp, Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen
Hospizarbeit im Reich der Sinne
von Ulrich Schneider
Aromen, Düfte, Gewürze und wertvolle Öle und Salben wurden immer schon benutzt, um zu heilen oder das Wohlbefinden zu stärken. Das kennen wir schon aus biblischen Zeiten. Mit den Sinnen wahrzunehmen, zu sehen, riechen, schmecken und mit der Haut zu spüren kann ein Fenster zur Seele sein, das in der Begleitung und Pflege von Sterbenden hilfreich ist. Was Aromen und Düfte bewirken können, ist kein selbstverständliches Wissen. Zur Anwendung in der Hospizarbeit braucht es dazu eine große Portion Erfahrung. Unser Hospizwochenende bot dazu den richtigen Rahmen. Einen Tag lang eintauchen in das Reich der Sinne. Unter der fachlichen Anleitung durch Jörg Hölser, Leiter des Emmaus-Hospizes in Gelsenkirchen und qualifizierter Aroma-Pfleger, dürfen wir ganz praktisch erleben, wie Düfte angewendet werden. Wie schmerzlindernde, entspannende oder anregende Salben angefertigt werden, ist ein weiteres Thema. Die Rezepte dazu gibt es gratis und zum Ausprobieren bei einer wohltuenden Fußmassage. Kommentar einer Teilnehmerin: „Man roch das, was du erzählt hast.“ Und das bringt es auf den Punkt; mit den Sinnen lebendig fühlen und dieses Erleben teilen zu können, gehört sicher zu den beglückenden Erfahrungen im hospizlichen Einsatz. Danke Jörg für deine sehr angenehme Art, uns teilhaben zu lassen an deiner großen Erfahrung.
Am Sonntagvormittag geht es nach draußen. Anja Mertins-Krebs nimmt uns mit zum Waldbaden. Der Annaberg in Haltern lädt ein, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wir genießen die kleinen Aufgaben, die sie uns stellt und entdecken das unterschiedliche Grün der Pflanzen und filigranen Strukturen. Auf der Suche, was uns besonders anspricht, schauen wir auf die Dinge in der nächsten Umgebung und entscheiden uns, das Stück Holz, den Stein, das besondere Blatt mitzunehmen für das Mandala, das wir gemeinsam auf den Waldboden legen. Anja Mertins-Krebs lädt uns ein, miteinander zu singen und den Moment zu genießen, noch einmal die Waldluft zu riechen und tief einzuatmen, bevor wir dann den Spaziergang im „Sinnesgarten“ beenden.
Ein weiteres, beeindruckendes Hospizwochenende geht zu Ende. Mal wieder viel zu kurz aber mit neuen Erfahrungen, die uns hoffentlich in den Sinn kommen, wenn wir wieder unseren Aufgaben im Hospiz oder in den Wohnungen der Menschen, die wir begleiten, nachkommen. Danke an den Gelsenkirchener Hospiz-Verein, der solche Tage des Glücks immer wieder möglich macht!


Mann oh Mann …
Mann oh Mann war das ein toller Kurs! Männer in den Ausbildungskursen sind ehr die Minderheit. Diesmal war es anders. 4 Männer und 2 Frauen haben erfolgreich den Befähigungskurs zum Sterbebegleiter bzw. zur Sterbebegleiterin am 27. April abgeschlossen. Auch für die Kursleitung eine neue Erfahrung.
Männer sind anders. Sie haben ein starkes Interesse an Sachinformationen. Um ihren Interessen und Wünschen entgegenzukommen, haben wir den Kurs kurzerhand umgestellt. Was beim Sterben passiert, Patientenverfügung, Fragen rund um die Bestattung, Kompetenzen und Grenzen des Ehrenamtes in der hospizlichen Begleitung, wurden thematisch zuerst behandelt. Themen, die Gefühle, die eigene Persönlichkeit, Kommunikative Fähigkeiten ansprechen, sind dann eher die Sache der Frauen. Henning meint zum Kurs: „Zahlen, Daten, Fakten! Der Kurs war sehr gut, auch weil Männer rationaler sind als Frauen. Männer haben eine eigene Sprache.“ Und Susanne ergänzt: „Sehr, sehr schön von der Zusammensetzung und den Kursmitgliedern. Rundum stimmig. Habe mich immer selbst hinterfragt und ein gutes Gefühl.“ Heike fügt hinzu: „Ich bin froh über den Kurs. Das (Sterbebegleitung) ist genau das, was ich machen will.“ Das war bei Frank nicht so klar: „Ich bin mit anderen Vorstellungen gekommen. Suchte nach Wissen zum Selbstschutz beim Engagement im Hospiz. Der Kurs macht mich nicht dümmer. Habe beruflich viel zu tun mit Sachen, die handfest sind. Ich bin gespannt, was ich jetzt wohl machen werde. Da wird mir wohl was einfallen.“ Ein besonderes Highlight für alle war der Besuch beim Bestatter. Der informative und sehr anschauliche Vortrag des Bestatters Dirk Blum ermöglichte Rückfragen zu den Fragen der Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen. Einhellige Meinung „sehr beeindruckend!“
Kursleiterin Ina de Cruppe und Co-Kursleiter Ulrich Schneider werten den Kurs als eine bereichernde Erfahrung. Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden schnell eine Gruppe, in der man sich vertraut und auch über Persönliches sprechen kann. Das ist eine gute Basis, um eine respektvolle hospizliche Haltung zu erleben und später in der Praxis danach zu handeln. Dass sich ein Teilnehmer parallel zum Kurs bereits aktiv im Hospiz engagiert hat, war eine Glücksfall für uns. Wir haben unsere Ziele erreicht und am Kursende ist es schön zu hören: „Das war total klasse. Schade, dass wir jetzt Schluss haben.“

Im Oktober 2024 geht es weiter. Dann starten ein neuer Befähigungskurs. Wer mitmachen will, kann sich bei Ina de Cruppe anmelden. Tel. 0209 8182352
Foto: Ulrich Schneider
Kursabschluss am 27. April 2024
Beitrag von Ulrich Schneider
Kunst hilft der Seele – Vom Mut, loszulassen und die Perspektive zu wechseln
„Beim Malen finde ich meine Mitte, meine innere Balance, deshalb besuche ich diesen Kunst-Workshop“, erklärt Heike. Sie ist ehrenamtlich als Sterbebegleiterin im Gelsenkirchen Hospiz-Verein tätig. Heike ist eine von sechs Frauen, die in der Kunstschule Gelsenkirchen den Kurs: „Wie sieht dein Himmel aus…?“ besuchen. Unter Anleitung der Künstlerin Bea Thul beschäftigen sie sich mit ihren Emotionen und den für sie dazu passenden Farben. „Es geht hier nicht um ausgefeilte Pinseltechniken oder die genaue Strichführung“, erklärt die Kursleitung. „Heute geht es nur um eure Emotionen. Erinnert euch an ein persönliches Erlebnis, mit dem ihr Herzblut und Freude verbindet.“

Mutig öffnet sich Heike und erzählt der Gruppe von einem sehr persönlichen Ereignis. Sie wählt beherzt die Farben, greift zur Leinwand und legt los.
Der Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen erfordert viel Empathie, die Fähigkeit zum Zuhören und emotionale Stärke. „Deshalb ist es wichtig für die Menschen, die zur Sterbebegleitung befähigt wurden, auch immer für sich selbst zu sorgen, in sich hinzuhorchen und sich den eigenen Gefühlen zu stellen“, weiß Dr. Corinna Lee, Vorstandsmitglied im Hospiz-Verein und Geschäftsführerin der Kunstschule Gelsenkirchen. „Wir haben in diesem Semester erstmalig einen Kunstkurs für die Ehrenamtlichen des Hospiz-Vereins angeboten, damit sie hier die Gelegenheit bekommen, sich auf eine kreative Weise mit ihren Emotionen auseinanderzusetzen. Die Kunst eröffnet ihnen eine andere, neue Perspektive auf ihre Gefühle und einen kreativen Weg, sich damit auseinanderzusetzen.“ Für die offene und vertrauensvolle Atmosphäre in diesem Kunstkurs ist besonders hilfreich, dass sich die Künstlerin Bea Thul selbst ehrenamtlich als Sterbebegleitung im Hospiz engagiert. „Ich möchte, dass die Teilnehmerinnen in meinem Kurs ihre Probleme vergessen und sich ganz auf sich selbst fokussieren.“ Ihr Plan geht auf. Am Ende des Kurses halten sechs zufriedene Teilnehmerinnen völlig unterschiedliche, farbenfrohe Werke in ihren Händen.
Heike betrachtet ihr Kunstwerk und resümiert: „Wenn die Farben ineinanderfließen, entsteht immer wieder etwas Neues. Das Bild verändert sich ständig. So ist es auch im Leben. Alles fließt und man muss den Mut haben, Veränderungen zuzulassen und loszulassen.“

Weitere Infos zum Projekt
Die Kunstschule Gelsenkirchen bietet an ihrem Standort an der Neustraße 7 in Gelsenkirchen Erle vielfältige Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Alle Kurse sind online buchbar unter: https://www.kunstschule-gelsenkirchen.de/book-online.

Der Gelsenkirchener Hospiz-Verein bietet an, Menschen in der letzten Lebensphase und deren Angehörige zu begleiten. Er tut dies unabhängig von Alter, Herkunft, Glaube, Weltanschauung, finanzieller und sozialer Situation. Die Hospizarbeit und die Begleitung sind kostenfrei. Mehr Information unter: https://gelsenkirchener-hospiz-verein.de.
von Dr. Corinna Lee