Weihnachtsgruß 2022

Dezember 2022

Am Ende der Suche und der Frage
nach Gott steht keine Antwort,
sondern eine Umarmung.

Fulbert Steffensky

Jedes Jahr Weihnachten, egal wie das Jahr war, können wir im Kerzenlicht und Kreis der Familie einen Hauch dieser Umarmung spüren. Das hilft uns ein wenig, zu vergessen, was nicht gut gelaufen ist.
Das warme Licht hilft uns aber auch darüber nachzudenken, wofür wir dankbar sind:

Wir danken Euch für Eure Unterstützung!
Wir danken Euch für die gute Zusammenarbeit!
Wir danken Euch für die vielen Zeitgeschenke in der Begleitung!
Wir danken Euch für Eure Erreichbarkeit und offenen Ohren!
Wir danken Euch für tolle gemeinsame Stunden
und so vieles mehr!

Wir wünschen Euch von ganzem Herzen eine gesegnete Adventszeit, besinnliche Weihnachten mit dem Hauch der Umarmung und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Die Koordinatorinnen und der
Vorstand des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins e.V.

 

 

 

Hospizwochenende – ein Geschenk!

Foto: I. Greulich

Um es vorweg zu nehmen: Der Dreh- und Angelpunkt der Hospizarbeit ist die Haltung. Aber was bedeutet das? Das wollten 25 Ehrenamtliche des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins gemeinsam beim Hospizwochenende in Haltern am See herausfinden.

Eine spannende Reise beginnt. In Kleingruppen werden Impulse zum Thema diskutiert, eigene Gedanken eingebracht und die persönliche Haltung überdacht. Viele verschiedene Aspekte und Vorstellungen werden sichtbar und bewusst. Das darf sein und soll so sein! Am Nachmittag steht genug Raum zur Verfügung, sich mit den Anderen auszutauschen.

Dann kommt der Abend mit einem besonderen Highlight. Monika Vogeler liest aus ihrem Buch „Wir werden immer vier sein“, ihr Weg und der Weg der beiden Töchter, den Verlust des Ehemannes und des Vaters zu bewältigen. Für uns ein großes Geschenk. Sie spricht mit uns, authentisch und klar, einfühlsam und verletzlich, und mit beeindruckender Offenheit.

Leben ist ein Fenster im Sein. Monika Vogeler ist wie ein offenes Fenster. Sie gewinnt unsere Herzen. Geschichten, die andere für uns leben sind immer von Berührung, lassen Menschen mitschwingen und in Resonanz geraten. Das ist für uns eine außergewöhnliche Bereicherung, da wir doch intensive Begegnungen mit Sterbenden leben. Es sind Geschichten, die es schaffen, Haltung zu entwickeln. Dafür sagen wir Dank!

Am Sonntag fassen die TeilnehmerInnen noch einmal all das zusammen, was sie bewegt hat und finden einen Satz, der ihren Prozess mit dem Thema zusammenfasst und die Haltung zum Ausdruck bringt, mit der sie unterwegs ist. Ein Wochenende geht zu Ende, das es in sich hatte, starke Impulse zur eigenen Weiterentwicklung setzte. Ein Geschenk!

Beitrag von Ulrich Schneider, Redaktionsgruppe GHV

Neues vom Gelsenkirchener Hospiz-Verein

Die Freude ist groß. Endlich nach den massiven Einschränkungen wegen Corona geht es wieder los. Die Begleitungen im Emmaus Hospiz, im Altenheim und Krankenhaus sind wieder möglich. Die persönliche Begegnung, das miteinander Sprechen und die Kontakte zu Angehörigen und Pflegenden sind das A und O der Hospizarbeit der Ehrenamtlichen. Auch das Vereinsleben kann wieder stattfinden; Gesprächsabende, Supervision und das Hospiz-Wochenende in Haltern am See sind für dieses Jahr fest eingeplant.

Trotz Corona haben sich 7 Ehrenamtliche Ende März für die Begleitung sterbender Menschen qualifiziert und den Befähigungskurs mit Zertifikat abgeschlossen. Sie können sich jetzt entscheiden, in welcher Einrichtung oder mit welchen Aufgaben sie sich in der Hospizarbeit engagieren wollen.

7 neue ehrenamtliche Sterbebegleiter. Auf der Bank: Ina de Cruppe, Koordinatorin  Foto: Gelsenkirchener Hospiz-Verein

Am 25. April 2022 hat die Mitgliederversammlung für vier weitere Jahre den Vereinsvorstand neu gewählt. Vorstandsvorsitzender Pfr. Henning Disselhoff dankte für das Vertrauen und kündigt zwei Themenschwerpunkte in der Vorstandsarbeit an. Die Themen „Suizid auf Verlangen“ und „Männer in der Hospizarbeit“ werden zunächst im Vorstand und mit den Koordinatorinnen vorbereitet. Die Ergebnisse werden in das Programm des Hospiz-Wochenendes im Oktober einfließen. Das Thema „Haltungen in der Hospizarbeit“ bietet viele Möglichkeiten einer intensiven Beschäftigung mit diesen Thematiken. Ein Ergebnis lässt sich schon vorwegnehmen. In der Leitung der Ausbildungskurse wird weiterhin ein Frau-Mann-Tandem die Qualifizierung übernehmen. Das kann dazu beitragen, dass Männern, die sich im anspruchsvollen Ehrenamt der Sterbebegleitung engagieren wollen, der Zugang erleichtert wird, da Männer anders kommunizieren als Frauen. Der neue Ausbildungskurs 2022/23 startet am 22. Oktober. Im 14-täglichen Abstand finden dann 3 weitere Samstagstreffen statt. Wir freuen uns über jede Frau und jeden Mann, die/der teilnehmen will.

Auskunft: Gelsenkirchener Hospiz-Verein, Ina de Cruppe, Koordinatorin
Tel. 0209-8182352 oder e-mail: gelsenkirchenerhospiz-verein@t-online.de

Beitrag von Ulrich Schneider

Jahresplanung 2022

Liebe Ehrenamtliche,

die Jahresplanung 2022 ist, soweit die Termine und Veranstaltungen wieder ohne oder mit wenigen Beschränkungen wieder durchgeführt werden können, im Veranstaltungskalender einsehbar. Wir hoffen, wieder zum „Normalbetrieb“ zurückkehren zu können. All denen, die über die lange Zeit der coronabedingten Einschränkungen den Kontakt gehalten haben, gilt der herzliche Dank des Vorstands und von mir.

Herzliche Grüße

Ina de Cruppe

Auf der Suche nach Spiritualität

Auf der Suche nach Spiritualität
Bildungswochenende der Ehrenamtlichen des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins

Eigentlich war das Thema irgendwie immer nebulös. Was ist Spiritualität? Und dazu noch in der Hospizarbeit? Wir wollen eine Antwort finden. „Spiritualität in unserer Hospizarbeit“ spannend und interessant genug, diesem Thema unser Bildungswochenende zu widmen.

Wir treffen uns am Freitag gegen 17:00 Uhr in der Katholischen Bildungsstätte Wasserburg Rindern. Bildungseinrichtungen haben fast alle ein Flair, etwas Atmosphärisches, das uns sofort anspricht. Es macht Lust auf Begegnung, Gespräche und das Kennenlernen. Nach dem Abendbrot treffen wir uns. Ein langersehntes Wiedersehen nach der Corona-Pause. Für uns so wichtig! Auch einige neue Gesichter sind dabei – Teilnehmerinnen des Befähigungskurses aus dem letzten Jahr. Wir finden anhand von Postkarten mit Zitaten zu Lebensweisheiten, den Gedanken, der heute Abend zu uns passt. Im Austausch darüber lernen wir uns wieder neu kennen, Freundschaften und die gemeinsame Arbeit verbinden. Die Runde schließt mit dem Auftrag, am nächsten Morgen direkt darüber nachzudenken, wie bin ich hier und was möchte ich heute tun.

Der Samstag beginnt mit einer kleinen Meditation. Henning Disselhoff, Pfarrer und Meditationslehrer zeigt uns eine kleine Übung, mit der wir in die Achtsamkeit gelangen können. Wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt, fühlen in uns hinein, um die vielen Gedanken, die in unseren Köpfen ständig anwesend sind, wegziehen zu lassen. Wir erahnen, was der Zustand der Absichtslosigkeit sein kann, ganz mit sich zu sein. Es folgt ein bisschen Theorie. Wir folgen dem sich wandelnden Verständnis von Spiritualität durch die Geschichte. Am Nachmittag wird es dann richtig spannend. Es geht um die eigene Spiritualität. In kleinen Gruppen gehen wir der Frage nach, was für uns Kirche ist, was für uns Religiosität ist und was die eigene Spiritualität ausmacht. Wir sind überrascht. Jeder hat seine eigene Geschichte damit, sucht noch oder findet die eigene Antwort. Und letztlich wird deutlich, dass Spiritualität das ist, was jeder Einzelne dafür hält. Das Ergebnis verblüfft und weist den Weg auch in der Hospizarbeit, in der Begleitung der Menschen im Hospiz oder als Angehörige. Sie haben jeder für sich eine ureigene Spiritualität. Es gilt sie achtsam wahrzunehmen, mit ihr in Resonanz zu gehen und vielleicht wird daraus eine tiefe spirituelle Begegnung, die Heilung und Kraft für die Seele bringt.

Am Sonntag arbeiten wir mit einem indianischen Text. Er bringt uns mit den existenziellen Grundfragen, die jeden Mensch betreffen, in Kontakt. Die Gedanken, die er auslöst, sind tief und verändern. Sie machen deutlich, dass Spiritualität in jedem von uns ist, im Alltag und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Danach endet dieses Wochenende mit einem Brief an uns selbst. Irgendwann, wenn wir vielleicht nicht mehr daran denken, wird er per Post eintreffen und uns von den Erfahrungen und tiefen Eindrücken berichten, die wir hier in der Wasserburg Rindern machen durften.

Beitrag von Ulrich Schneider – Redaktionsgruppe

Aktuelle Information zu Treffen der Ehrenamtlichen

Liebe Ehrenamtliche,

der aktuelle Lockdown und die Hygieneschutzverordnung erfordern die Absage aller Gemeinschaftsveranstaltungen. Dazu gehören die Supervisionen, die Gesprächskreise und das Treffen der Ehrenamtlichen am Jahresanfang. Wir werden das Jahresprogramm bekannt geben, sobald die Lockerung der Einschränkungen Gemeinschaftsveranstaltungen wieder zulässt. Lasst uns bis dahin im telefonischen Kontakt bleiben.

Liebe Grüße und bleibt gesund!

Ina de Cruppe, Koordinatorin

+ + + Absage der Mitgliederversammlung + + +

Die aktuelle Verschärfung der Kontaktregelungen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung veranlassen den Gelsenkirchener Hospiz-Verein die für Montag den 2. November 2020 einberufene Mitglieder-Versammlung 2020 abzusagen. Wir bitten um Verständnis!

Seien Sie behütet und bleiben Sie gesund!

Pfr. Henning Disselhoff, Vorsitzender

Befähigung in Coronazeiten

Wir gratulieren den 8 Teilnehmerinnen zum Abschluss ihres Befähigungskurses „Sterben und Trauer begleiten“ am 6. September 2020. Eigentlich sollte der Kurs, der im August begonnen hatte, im Juni 2020 abgeschlossen werden. Doch dann kam Corona. Der Lockdown im Frühjahr war nicht eingeplant. Der Schulungsraum im Liebfrauenstift der Caritas wurde ad hoc gesperrt. Außenstehende durften das Pflegeheim nicht mehr betreten. Auch andere und private Räumlichkeiten standen unter Quarantäne. Es blieb nichts anderes übrig, als mit den Lernmitteln der Ausbilder und über das Telefon in Kontakt zu bleiben. Es ist nicht einfach, unter solchen Bedingungen Termine zu koordinieren und die Kursplanung einzuhalten. Für vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer führte diese Ausnahmezeit dann auch zum Kursabbruch. Mit der Lockerung der Quarantäne wurden dann Treffen unter Einhaltung der Hygieneregeln im evangelischen Gemeindehaus Bulmke wieder möglich.

Der 6. September war der heiß ersehnte Abschlusstag. Pfr. Henning Disselhoff als Vorstandsvorsitzender des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins dankte den Teilnehmerinnen für ihr Engagement und Durchhaltevermögen. Dann wurden die Zertifikate und eine Sonnenblume von den Ausbildern Ina de Cruppe (Koordinatorin und Palliative-Care Fachkraft) und Hermann-Josef Weßels (Supervisor) überreicht. Natürlich „coronagemäß“! Anschließend war „Masken-Ball“. Bei Kaffee und Kuchen fragte ich nach der Motivation. Von Stefanie W. (51), die ihren Vater begleitet hatte, erfuhr ich: „Die finale Phase miteinander erleben zu dürfen berührt mich und ist erfüllend für mich. Der Tod hat mich immer interessiert. Die Vielfalt der Horizonte, so vielfältig kann der Tod sein.“ Gabi B. (53) pflegte drei Jahre ihren Mann bevor er starb. Ihr Herzenswunsch ist es, „anderen zu helfen, Angehörige mit Zuspruch zu begleiten und Erfahrungen auszutauschen“. „Das tut mir gut, so normal und selbstverständlich wie möglich damit umzugehen.“

Man kann spüren, der Kurs befähigt für das hospizliche Engagement mit seinen vielfältigen Inhalten und den interessanten Menschen. Er gibt Sicherheit und es können echte Freundschaften entstehen. Zu unserer großen Freude bleiben uns unsere „Finalen Acht“ aktiv erhalten.

Redaktionsgruppe, Ulrich Schneider

 

Coronavirus!

Aufgrund der allgemeinen Infektionsgefahr durch den Coronavirus finden bis auf weiteres unsere Veranstaltungen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregelungen sowie der Infektionsschutzbestimmungen statt.

Kursabschluss 2019

Seit 9 Monaten haben sich 12 Frauen auf ihren Einsatz in der Sterbebegleitung vorbereitet. Am 18. Mai war Kursabschluss. Grund genug, noch einmal auf den gemeinsamen Weg zu schauen und sich für den zukünftigen Einsatzort zu entscheiden. Die Kursteilnehmerinnen sind sich einig: Der Befähigungskurs hat uns Sicherheit für unsere Aufgabe gegeben. Die Kursinhalte waren sehr hilfreich, die eigene Betroffenheit im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer zu klären und zu neue Erfahrungen zu machen. Und ganz nebenbei sind neue Freundschaften entstanden.

Pflegedienstleitung Birgit Skrzypczak freut sich auf die Unterstützung in der Begleitung Sterbender im Liebfrauenstift. Eine Aufgabe, die ohne den ehrenamtlichen Einsatz bestimmt nicht so gut zu leisten wäre wie durch Menschen, die Zeit schenken. Dafür gilt ihr ganz besonderer Dank. Ulrich Schneider, Vorstandsmitglied im Gelsenkirchener Hospiz-Verein, dankte für das große Engagement in einem anspruchsvollen Ehrenamt. „Ehrenamt funktioniere nur, wenn die Wertschätzung stimmt.“ Dass die Wertschätzung im Befähigungskurs gestimmt hat, wird bei der abschließenden Kurskritik deutlich.  Ina de Cruppe (Koordinatorin) und Hermann-Josef Weßels (Supervisor und Ausbilder) erhalten viel Anerkennung für ihre einfühlsame und kompetente Arbeit. Beide bedanken sich bei den Teilnehmerinnen für das Engagement und beim Caritasverband Gelsenkirchen für die Gastfreundschaft und gute Verpflegung im Liebfrauenstift. „Es sei ein Zeichen für die sehr gute Zusammenarbeit. Wir hoffen, dass wir auch weiterhin hier Gast sein dürfen“.

Bei der anschließenden Überreichung der Kurs-Bescheinigung mit einem Blumengruß und einem kleinen Geschenk wird die Freude aller Beteiligten ganz deutlich sichtbar.

 

Der Info-Abend zum neuen Kurs „Sterben und Trauer begleiten“ findet am

Mittwoch, 5. Juni 2019 ab 17 Uhr

in den Räumen der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen, Ahstraße 9, 45879 Gelsenkirchen

Anmeldung  erwünscht. Tel. 0209 1798930