Hospizarbeit im Reich der Sinne

von Ulrich Schneider

Aromen, Düfte, Gewürze und wertvolle Öle und Salben wurden immer schon benutzt, um zu heilen oder das Wohlbefinden zu stärken. Das kennen wir schon aus biblischen Zeiten. Mit den Sinnen wahrzunehmen, zu sehen, riechen, schmecken und mit der Haut zu spüren kann ein Fenster zur Seele sein, das in der Begleitung und Pflege von Sterbenden hilfreich ist. Was Aromen und Düfte bewirken können, ist kein selbstverständliches Wissen. Zur Anwendung in der Hospizarbeit braucht es dazu eine große Portion Erfahrung. Unser Hospizwochenende bot dazu den richtigen Rahmen. Einen Tag lang eintauchen in das Reich der Sinne. Unter der fachlichen Anleitung durch Jörg Hölser, Leiter des Emmaus-Hospizes in Gelsenkirchen und qualifizierter Aroma-Pfleger, dürfen wir ganz praktisch erleben, wie Düfte angewendet werden. Wie schmerzlindernde, entspannende oder anregende Salben angefertigt werden, ist ein weiteres Thema. Die Rezepte dazu gibt es gratis und zum Ausprobieren bei einer wohltuenden Fußmassage. Kommentar einer Teilnehmerin: „Man roch das, was du erzählt hast.“ Und das bringt es auf den Punkt; mit den Sinnen lebendig fühlen und dieses Erleben teilen zu können, gehört sicher zu den beglückenden Erfahrungen im hospizlichen Einsatz. Danke Jörg für deine sehr angenehme Art, uns teilhaben zu lassen an deiner großen Erfahrung.

Am Sonntagvormittag geht es nach draußen. Anja Mertins-Krebs nimmt uns mit zum Waldbaden. Der Annaberg in Haltern lädt ein, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wir genießen die kleinen Aufgaben, die sie uns stellt und entdecken das unterschiedliche Grün der Pflanzen und filigranen Strukturen. Auf der Suche, was uns besonders anspricht, schauen wir auf die Dinge in der nächsten Umgebung und entscheiden uns, das Stück Holz, den Stein, das besondere Blatt mitzunehmen für das Mandala, das wir gemeinsam auf den Waldboden legen. Anja Mertins-Krebs lädt uns ein, miteinander zu singen und den Moment zu genießen, noch einmal die Waldluft zu riechen und tief einzuatmen, bevor wir dann den Spaziergang im „Sinnesgarten“ beenden.

Ein weiteres, beeindruckendes Hospizwochenende geht zu Ende. Mal wieder viel zu kurz aber mit neuen Erfahrungen, die uns hoffentlich in den Sinn kommen, wenn wir wieder unseren Aufgaben im Hospiz oder in den Wohnungen der Menschen, die wir begleiten, nachkommen. Danke an den Gelsenkirchener Hospiz-Verein, der solche Tage des Glücks immer wieder möglich macht!

 

Mandala auf dem Waldboden. (Foto: U. Schneider)
Jörg Hölser bei der Fussmassage. (Foto: U. Schneider)

 

 

 

Mann oh Mann …

Mann oh Mann war das ein toller Kurs! Männer in den Ausbildungskursen sind ehr die Minderheit. Diesmal war es anders. 4 Männer und 2 Frauen haben erfolgreich den Befähigungskurs zum Sterbebegleiter bzw. zur Sterbebegleiterin am 27. April abgeschlossen. Auch für die Kursleitung eine neue Erfahrung.

Männer sind anders. Sie haben ein starkes Interesse an Sachinformationen. Um ihren Interessen und Wünschen entgegenzukommen, haben wir den Kurs kurzerhand umgestellt. Was beim Sterben passiert, Patientenverfügung, Fragen rund um die Bestattung, Kompetenzen und Grenzen des Ehrenamtes in der hospizlichen Begleitung, wurden thematisch zuerst behandelt. Themen, die Gefühle, die eigene Persönlichkeit, Kommunikative Fähigkeiten ansprechen, sind dann eher die Sache der Frauen. Henning meint zum Kurs: „Zahlen, Daten, Fakten! Der Kurs war sehr gut, auch weil Männer rationaler sind als Frauen. Männer haben eine eigene Sprache.“ Und Susanne ergänzt: „Sehr, sehr schön von der Zusammensetzung und den Kursmitgliedern. Rundum stimmig. Habe mich immer selbst hinterfragt und ein gutes Gefühl.“ Heike fügt hinzu: „Ich bin froh über den Kurs. Das (Sterbebegleitung) ist genau das, was ich machen will.“ Das war bei Frank nicht so klar: „Ich bin mit anderen Vorstellungen gekommen. Suchte nach Wissen zum Selbstschutz beim Engagement im Hospiz. Der Kurs macht mich nicht dümmer. Habe beruflich viel zu tun mit Sachen, die handfest sind. Ich bin gespannt, was ich jetzt wohl machen werde. Da wird mir wohl was einfallen.“ Ein besonderes Highlight für alle war der Besuch beim Bestatter. Der informative und sehr anschauliche Vortrag des Bestatters Dirk Blum ermöglichte Rückfragen zu den Fragen der Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen. Einhellige Meinung „sehr beeindruckend!“

Kursleiterin Ina de Cruppe und Co-Kursleiter Ulrich Schneider werten den Kurs als eine bereichernde Erfahrung. Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden schnell eine Gruppe, in der man sich vertraut und auch über Persönliches sprechen kann. Das ist eine gute Basis, um eine respektvolle hospizliche Haltung zu erleben und später in der Praxis danach zu handeln. Dass sich ein Teilnehmer parallel zum Kurs bereits aktiv im Hospiz engagiert hat, war eine Glücksfall für uns. Wir haben unsere Ziele erreicht und am Kursende ist es schön zu hören: „Das war total klasse. Schade, dass wir jetzt Schluss haben.“

Im Oktober 2024 geht es weiter. Dann starten ein neuer Befähigungskurs. Wer mitmachen will, kann sich bei Ina de Cruppe anmelden. Tel. 0209 8182352

 

Foto: Ulrich Schneider

Kursabschluss am 27. April 2024

 

Beitrag von Ulrich Schneider

 

Kunst hilft der Seele – Vom Mut, loszulassen und die Perspektive zu wechseln

„Beim Malen finde ich meine Mitte, meine innere Balance, deshalb besuche ich diesen Kunst-Workshop“, erklärt Heike. Sie ist ehrenamtlich als Sterbebegleiterin im Gelsenkirchen Hospiz-Verein tätig. Heike ist eine von sechs Frauen, die in der Kunstschule Gelsenkirchen den Kurs: „Wie sieht dein Himmel aus…?“ besuchen. Unter Anleitung der Künstlerin Bea Thul beschäftigen sie sich mit ihren Emotionen und den für sie dazu passenden Farben. „Es geht hier nicht um ausgefeilte Pinseltechniken oder die genaue Strichführung“, erklärt die Kursleitung. „Heute geht es nur um eure Emotionen. Erinnert euch an ein persönliches Erlebnis, mit dem ihr Herzblut und Freude verbindet.“

Emotionen Farben geben – Corinna Lee (links) und Bea Thul mit den Werken der ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen.

Mutig öffnet sich Heike und erzählt der Gruppe von einem sehr persönlichen Ereignis. Sie wählt beherzt die Farben, greift zur Leinwand und legt los.

Der Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen erfordert viel Empathie, die Fähigkeit zum Zuhören und emotionale Stärke. „Deshalb ist es wichtig für die Menschen, die zur Sterbebegleitung befähigt wurden, auch immer für sich selbst zu sorgen, in sich hinzuhorchen und sich den eigenen Gefühlen zu stellen“, weiß Dr. Corinna Lee, Vorstandsmitglied im Hospiz-Verein und Geschäftsführerin der Kunstschule Gelsenkirchen. „Wir haben in diesem Semester erstmalig einen Kunstkurs für die Ehrenamtlichen des Hospiz-Vereins angeboten, damit sie hier die Gelegenheit bekommen, sich auf eine kreative Weise mit ihren Emotionen auseinanderzusetzen. Die Kunst eröffnet ihnen eine andere, neue Perspektive auf ihre Gefühle und einen kreativen Weg, sich damit auseinanderzusetzen.“ Für die offene und vertrauensvolle Atmosphäre in diesem Kunstkurs ist besonders hilfreich, dass sich die Künstlerin Bea Thul selbst ehrenamtlich als Sterbebegleitung im Hospiz engagiert. „Ich möchte, dass die Teilnehmerinnen in meinem Kurs ihre Probleme vergessen und sich ganz auf sich selbst fokussieren.“ Ihr Plan geht auf. Am Ende des Kurses halten sechs zufriedene Teilnehmerinnen völlig unterschiedliche, farbenfrohe Werke in ihren Händen.

Heike betrachtet ihr Kunstwerk und resümiert: „Wenn die Farben ineinanderfließen, entsteht immer wieder etwas Neues. Das Bild verändert sich ständig. So ist es auch im Leben. Alles fließt und man muss den Mut haben, Veränderungen zuzulassen und loszulassen.“

Heike Gundlach hat den Mut, Veränderungen zuzulassen – im Leben und in der Kunst.

Weitere Infos zum Projekt

Die Kunstschule Gelsenkirchen bietet an ihrem Standort an der Neustraße 7 in Gelsenkirchen Erle vielfältige Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Alle Kurse sind online buchbar unter: https://www.kunstschule-gelsenkirchen.de/book-online.

 

Der Gelsenkirchener Hospiz-Verein bietet an, Menschen in der letzten Lebensphase und deren Angehörige zu begleiten. Er tut dies unabhängig von Alter, Herkunft, Glaube, Weltanschauung, finanzieller und sozialer Situation. Die Hospizarbeit und die Begleitung sind kostenfrei. Mehr Information unter: https://gelsenkirchener-hospiz-verein.de.

von Dr. Corinna Lee

Jahresgedenken an der Himmelsleiter

Mittlerweile ist es Tradition. Anfang Dezember ist Jahresabschlussfeier. Im feierlichen Rahmen gedenken wir all den Menschen, die wir in diesem Jahr begleiten durften. Wir erinnern uns an jeden Einzelnen, an das Schmerzliche und das Schöne in den Begleitungen.

Dann ist auch Platz, der Verstorbenen zu gedenken, sie mit dem Namen und ihrer Geschichte vorzustellen, die zu den Freunden, Verwandten, zur Familie gehören, oder die uns wichtig sind. Das tun wir, mit einem feierlichen Ritual im persönlichen Gedenken. In diesem Jahr mit dem Motiv der Himmelsleiter.

Zur Erinnerung ein Blick ins Alte Testament, erstes Buch Mose (Genesis) (1.Mose 28,12-13) :

„Und ihm (Jakob) träumte, und siehe eine Leiter stand auf Erden. Die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott, das Land darauf du liegst will ich dir und deinen Nachkommen geben.“

Der biblische Jakob als Mittler steht mit seiner Leiter in der christlichen Theologie als Vorbote Christi, als Vermittler zwischen Mensch und Gott. Es ist nicht schwer, zu erkennen, dass die Himmels- oder Jakobsleiter auch ein Bild für den Übergang vom Leben in eine andere Welt ist. Ein Zeichen der Hoffnung, dass die Seele einen Weg zu Gott findet. Dieser Gedanke trägt dazu bei, in der Begleitung sterbender Menschen Vertrauen zu finden, dort wo wir keine Antworten wissen.

Die Himmelsleiter als ein Symbol finden wir in vielen Religionen. Für Christen und Juden ist es ein gleichermaßen vertrautes Bild, das eine eigene Symbolkraft hat.

Für die Ehrenamtlichen des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins ist dieser Abend etwas Besonderes. Unser hospizliches Engagement wird mit unserer Himmelsleiter ganz persönlich erlebbar und die Freude beim anschließenden gemeinsamen Festessen strahlt auf jedem einzelnen aus. Dafür gilt unser aller Dank!

Das Jahresgedenken an der Himmelsleiter. Jeder Engel an der Leiter trägt den Namen eines Verstorbenen, dem wir gedenken. Foto: Ina de Cruppe

Die Himmelsleiter an der St. Lamberti Kirche in Münster. Foto: Ulrich Schneider

Beitrag von Ulrich Schneider

Infoabend zum Thema „Assistierter Suizid“

Die Referentinnen

Foto: Ulrich Schneider

In der ambulanten und stationären Begleitung werden wir auch mit dem Suizidwunsch der Patienten bzw. der Gäste konfrontiert. Angehörige, Pflegende und Ehrenamtliche sind meist stark verunsichert, wie sie damit umgehen sollen. Tötung auf Verlangen ist in Deutschland gesetzlich verboten. Seit 2015 gibt es gesetzliche Regelungen zum Assistierten Suizid, die aber zurzeit in der der Novellierung sind. Zu diesem Thema informierten die Vorstandsmitglieder des Hospizvereins Frau Dr. Jutta Schröder (Chefärztin der Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin im Ev. Klinikum Gelsenkirchen) und Frau Dr. Silja Kreitz (Allgemein- und Palliativmedizinerin) am 25. September 2023 mit einem Referat.

Die Referentinnen informierten ausführlich zum aktuellen Stand der Entwicklungen in der Gesetzgebung, die eine klare Regelung für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte schaffen soll. Das Ergebnis ist noch offen. Eines jedoch ist klar, der assistierte Suizid ist keine Hauptaufgabe der Ärzteschaft. Es gibt auch kein Recht auf Suizidassistenz. Ebenfalls existiert noch keine Rahmenempfehlung für die Begleitung von Suizidwünschen im Hospiz- und Palliativbereich.

Früher war Suizid eine schwere Sünde, die mit Verdammnis belegt war, und ein Tabuthema in der Familie. Heute ist Suizid ein offenes Thema, mit dem allerdings nicht einfach umzugehen ist. Zunächst sind die Ursachen für den Suizidwunsch zu bedenken. Der Wunsch nach Erlösung aus großen Schmerzen und einem beschwerlichen Leben ist verständlich. Es muss aber auch differenziert diagnostiziert werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt, die unter Umständen behandelbar ist. Suizidprävention in Beratung und Psychotherapie bleibt ein unverzichtbarer Baustein zur Vermeidung und Aufarbeitung von Depressionen und Angststörungen, die als Ursache für Suizide angesehen werden können.

Spannend war der Erfahrungsaustausch mit den Ehrenamtlichen. In mehreren Beispielen wurde deutlich, wie schwierig und konfliktreich jeder einzelne Fall ist. Es geht ans „Eingemachte“ und führt in moralisch-ethische Entscheidungen, für die wir keine Vorlagen und Muster haben, die aber entschieden werden müssen. Die Erfahrungen mit früheren Begleitungen sind dabei immer präsent, fließen mit ein und müssen bedacht und verarbeitet werden.

Hilfreich waren die Empfehlungen der Referentinnen. Es geht immer darum, eine wertungsfreie Grundhaltung zu zeigen. Das heißt, der Suizidwunsch darf ausgesprochen werden und ist ohne Bedingungen anzunehmen. Mit viel Empathie gestaltetes Zuhören hilft, die Bedeutung des Wunsches zu verstehen und die Begleitung darauf auszurichten. Alle Mitarbeitenden sollen ihre Erfahrungen miteinander teilen. Das kann in der Supervision und in kollegialen Gesprächen oder auch mit der Seelsorgerin oder dem Seelsorger geschehen. Darüber hinaus gibt es Informationsmaterial bei der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Für uns alle einen Abend mit tiefgreifenden Erkenntnissen. Unser Dank gilt den beiden Referentinnen, die uns auf diese außergewöhnliche und spannende Themenreise mitgenommen haben.

Foto: Ulrich Schneider

Beitrag von Ulrich Schneider, Redaktionsgruppe

Kursabschluss mit Freude

Foto: Gelsenkirchener Hospiz-Verein e.V.

 

Am 6. Mai 2023 war es wieder soweit. Ein neuer Kurs geht mit Gratulationen und der Zertifikatsüberreichung zu Ende. 10 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer haben sich seit Oktober 2022 auf die Begleitung Sterbender vorbereitet. Mit Interesse und großem Engagement haben sie in Theorie und Praxis gelernt, was sie nach dem Kurs anwenden wollen. Zu unserer Freude werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Begleitung gehen. Sie haben die Wahl, ob sie im Hospiz, im Altenheim oder in der häuslichen Umgebung eingesetzt werden wollen. Beim abschließenden Zusammensein wird Rückblick gehalten und es fällt die Äußerung: „Jetzt ist diese schöne Zeit schon wieder vorbei.“ und „Was machen wir jetzt gemeinsam?“ Aber das ist kein Problem. In der WhatsApp-Gruppe ist mächtig was los! Wir danken unseren Neuen für ihr Vertrauen, das sie in der Gruppe gelebt haben und die Lebensfreude, die dabei immer wieder „durchgeblitzt“ ist. Viel Erfolg im praktischen Einsatz!

Ina de Cruppe (Koorinatorin) und Ulrich Schneider

Lust auf Zukunft – Gelsenkirchener Hospiz-Verein ist Zukunftsprojekt bei dm-Drogeriemarkt

Für den Gelsenkirchener Hospiz-Verein ist es ein besonderes Anliegen, sich für die Lebensqualität von Menschen in der letzten Lebensphase zu engagieren. Es geht darum, den letzten Tagen mehr Leben zu geben und ihnen in den letzten Stunden beizustehen. Das ist ein Grundgedanke der Hospizarbeit. Wir wollen ihn mit unserer Arbeit weitertragen, damit das Sterben in Würde für alle Menschen, die es wünschen, in der Zukunft selbstverständlich möglich wird.

Foto: Elisabeth Zimmer

Wir sind für jede Unterstützung dankbar, denn diese ermöglicht es uns, dieses Zukunftsthema weiter zu verfolgen und uns für die Gemeinschaft zu engagieren. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr als eines der beiden Zukunftsprojekte Teil von „Lust auf Zukunft“ sind und uns der dm-Drogeriemarkt, Hochstraße 7 in Gelsenkirchen-Buer diese Plattform und Unterstützung bietet. „Für uns war das am 19. Mai eine tolle Gelegenheit, unsere konkrete Arbeit vorzustellen und für den Gelsenkirchener Hospiz-Verein zu werben.“ sagt Ewa Kotzan-Meiwes (Foto). Sie können uns aktiv unterstützen und uns ihre Stimme geben. Der Sieger erhält 600 € und der zweitplatzierte 400 €. Bis zum 31. Mai 2023 können Sie noch in der Filiale abstimmen. Nutzen Sie diese Gelegenheit. Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihr Engagement.

Weihnachtsgruß 2022

Dezember 2022

Am Ende der Suche und der Frage
nach Gott steht keine Antwort,
sondern eine Umarmung.

Fulbert Steffensky

Jedes Jahr Weihnachten, egal wie das Jahr war, können wir im Kerzenlicht und Kreis der Familie einen Hauch dieser Umarmung spüren. Das hilft uns ein wenig, zu vergessen, was nicht gut gelaufen ist.
Das warme Licht hilft uns aber auch darüber nachzudenken, wofür wir dankbar sind:

Wir danken Euch für Eure Unterstützung!
Wir danken Euch für die gute Zusammenarbeit!
Wir danken Euch für die vielen Zeitgeschenke in der Begleitung!
Wir danken Euch für Eure Erreichbarkeit und offenen Ohren!
Wir danken Euch für tolle gemeinsame Stunden
und so vieles mehr!

Wir wünschen Euch von ganzem Herzen eine gesegnete Adventszeit, besinnliche Weihnachten mit dem Hauch der Umarmung und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Die Koordinatorinnen und der
Vorstand des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins e.V.

 

 

 

Hospizwochenende – ein Geschenk!

Foto: I. Greulich

Um es vorweg zu nehmen: Der Dreh- und Angelpunkt der Hospizarbeit ist die Haltung. Aber was bedeutet das? Das wollten 25 Ehrenamtliche des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins gemeinsam beim Hospizwochenende in Haltern am See herausfinden.

Eine spannende Reise beginnt. In Kleingruppen werden Impulse zum Thema diskutiert, eigene Gedanken eingebracht und die persönliche Haltung überdacht. Viele verschiedene Aspekte und Vorstellungen werden sichtbar und bewusst. Das darf sein und soll so sein! Am Nachmittag steht genug Raum zur Verfügung, sich mit den Anderen auszutauschen.

Dann kommt der Abend mit einem besonderen Highlight. Monika Vogeler liest aus ihrem Buch „Wir werden immer vier sein“, ihr Weg und der Weg der beiden Töchter, den Verlust des Ehemannes und des Vaters zu bewältigen. Für uns ein großes Geschenk. Sie spricht mit uns, authentisch und klar, einfühlsam und verletzlich, und mit beeindruckender Offenheit.

Leben ist ein Fenster im Sein. Monika Vogeler ist wie ein offenes Fenster. Sie gewinnt unsere Herzen. Geschichten, die andere für uns leben sind immer von Berührung, lassen Menschen mitschwingen und in Resonanz geraten. Das ist für uns eine außergewöhnliche Bereicherung, da wir doch intensive Begegnungen mit Sterbenden leben. Es sind Geschichten, die es schaffen, Haltung zu entwickeln. Dafür sagen wir Dank!

Am Sonntag fassen die TeilnehmerInnen noch einmal all das zusammen, was sie bewegt hat und finden einen Satz, der ihren Prozess mit dem Thema zusammenfasst und die Haltung zum Ausdruck bringt, mit der sie unterwegs ist. Ein Wochenende geht zu Ende, das es in sich hatte, starke Impulse zur eigenen Weiterentwicklung setzte. Ein Geschenk!

Beitrag von Ulrich Schneider, Redaktionsgruppe GHV

Neues vom Gelsenkirchener Hospiz-Verein

Die Freude ist groß. Endlich nach den massiven Einschränkungen wegen Corona geht es wieder los. Die Begleitungen im Emmaus Hospiz, im Altenheim und Krankenhaus sind wieder möglich. Die persönliche Begegnung, das miteinander Sprechen und die Kontakte zu Angehörigen und Pflegenden sind das A und O der Hospizarbeit der Ehrenamtlichen. Auch das Vereinsleben kann wieder stattfinden; Gesprächsabende, Supervision und das Hospiz-Wochenende in Haltern am See sind für dieses Jahr fest eingeplant.

Trotz Corona haben sich 7 Ehrenamtliche Ende März für die Begleitung sterbender Menschen qualifiziert und den Befähigungskurs mit Zertifikat abgeschlossen. Sie können sich jetzt entscheiden, in welcher Einrichtung oder mit welchen Aufgaben sie sich in der Hospizarbeit engagieren wollen.

7 neue ehrenamtliche Sterbebegleiter. Auf der Bank: Ina de Cruppe, Koordinatorin  Foto: Gelsenkirchener Hospiz-Verein

Am 25. April 2022 hat die Mitgliederversammlung für vier weitere Jahre den Vereinsvorstand neu gewählt. Vorstandsvorsitzender Pfr. Henning Disselhoff dankte für das Vertrauen und kündigt zwei Themenschwerpunkte in der Vorstandsarbeit an. Die Themen „Suizid auf Verlangen“ und „Männer in der Hospizarbeit“ werden zunächst im Vorstand und mit den Koordinatorinnen vorbereitet. Die Ergebnisse werden in das Programm des Hospiz-Wochenendes im Oktober einfließen. Das Thema „Haltungen in der Hospizarbeit“ bietet viele Möglichkeiten einer intensiven Beschäftigung mit diesen Thematiken. Ein Ergebnis lässt sich schon vorwegnehmen. In der Leitung der Ausbildungskurse wird weiterhin ein Frau-Mann-Tandem die Qualifizierung übernehmen. Das kann dazu beitragen, dass Männern, die sich im anspruchsvollen Ehrenamt der Sterbebegleitung engagieren wollen, der Zugang erleichtert wird, da Männer anders kommunizieren als Frauen. Der neue Ausbildungskurs 2022/23 startet am 22. Oktober. Im 14-täglichen Abstand finden dann 3 weitere Samstagstreffen statt. Wir freuen uns über jede Frau und jeden Mann, die/der teilnehmen will.

Auskunft: Gelsenkirchener Hospiz-Verein, Ina de Cruppe, Koordinatorin
Tel. 0209-8182352 oder e-mail: gelsenkirchenerhospiz-verein@t-online.de

Beitrag von Ulrich Schneider